Nomaden - Nomadismus
Nomadismus [griechisch = Wanderhirtentum]
- ist eine ausschließlich durch die Weidewirtschaft geprägte
Wirtschaftsform bei Völkern der Alten Welt (Hirtenvölker), die ohne ständigen Wohnsitz, jedoch mit festumgrenzten Weidegebieten (Stammeseigentum), leicht transportablen Zelten und Viehherden leben. Wege und Rhythmus der Wanderungen sind festgelegt.
Man unterscheidet:
- Vollnomadismus (nur in wenigen extremen Fällen, völlig ohne eigenen Ackerbau, oft in Symbiose mit Feldbauern [wie Beduinen mit Fellachen]) und
- Halbnomadismus (feste Winterquartiere, bei Abwesenheit betreut von wenigen Wächtern; Wintergetreideanbau);
- Sonderform: Bergnomadismus (Transhumanz; feste Wohnsitze und Winterweide im Tal, ohne Stallung, Sommerweide auf Bergen [Südosteuropa, Nordafrika, Innerasien]), Weiterentwicklung zur Almwirtschaft (mit Winterstallung im Tal [Westasien, Nordafrika, Westeuropa]).
Der Nomadismus hat sich zu Beginn der Bronzezeit im europäisch-asiatischen Raum aus der Anbauwirtschaft mit Viehhaltung über die Transhumanz und den Halbnomadismus entwickelt, nicht, wie früher angenommen, direkt aus dem Jägertum.
Quelle: wissen.de