Saudi-Arabien
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "472"
Kraftfahrzeugkennzeichen "KSA" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "SA / SAU"

Saudi-Arabien
Königreich in Arabien.
2,15 Mio. km2 (amtliche Angabe: 2,25 Mio. km2), 21,66 Mio. Einwohner.
Hauptstadt Riad; Amtssprache: Arabisch.
Verfassung:
- Grundlage der Gesellschaftsordnung von Saudi-Arabien, das keine geschriebene Verfassung besitzt, ist der Islam. Der absolutistisch regierende König steht gleichzeitig an der Spitze der gesetzgebenden, der ausführenden und der richterlichen Gewalt. Formell sind die Befugnisse des Staatsoberhauptes, da es auch geistliches Oberhaupt ist, nur durch den Koran begrenzt. Die Mitglieder des Konsultativrates werden vom König alle 4 Jahre ernannt. Sie haben nur eingeschränkte Vollmachten. Parteien und Gewerkschaften sind verboten.
Landeskunde:
- Saudi-Arabien umfasst den Hauptteil der Arabischen Halbinsel, hat Anteil an den Küsten des Roten Meers und des Persischen Golfs; trockenheißes Klima, Wüsten (im Norden die Nefud; größte ist die Rub al-Chali im Südosten) und Wüstensteppen.
Bevölkerung:
- Die Bevölkerung konzentriert sich auf die Städte und die wenigen Oasen. Die Zahl der Ausländer (Gastarbeiter) liegt bei rund 27%. Der Anteil der Nomaden und Halbnomaden beträgt 30% und ist rückläufig. Der Islam ist Staatsreligion, Arabisch ist Landes-, Englisch Handels- und Diplomatensprache. Eine allgemeine Schulpflicht besteht nicht; den Mädchen wird der Schulbesuch erst seit 1960 erlaubt. Die Analphabetenquote betrug 1998 rund 26%.
Wirtschaft und Verkehr:
- Reiche Erdölvorkommen (zweitgrößter Exporteur der Welt), große Erdgasreserven; Handwerksbetriebe, Leichtindustrie, Raffinerien, Oasen- und Bewässerungskulturen (Datteln), Viehhaltung (Schafe, Ziegen, Kamele). Pilgerverkehr zu den heiligen Stätten des Islam in Mekka und Medina; Hafen: Djidda, Damman. Internationale Flughafen: Riad, Djidda, Dhahran.
Geschichte:
- Mitte des 15. Jahrhunderts hatten sich in der Nähe von Riad die Vorfahren der heute regierenden Dynastie Saud angesiedelt und eine kleine Herrschaft gebildet. Emir Mohammed Ibn Saud (1726-1766) nahm 1745 Scheich Mohammed Ibn Abd Al Wahhab bei sich auf. Dieser gewann die Unterstützung des Emirs für seine religiöse Bewegung, die den sunnitischen Islam zu seiner ursprünglichen Form zurückführen wollte. Gemeinsam einten sie im Zeichen des Reformglaubens die zersplitterten Stämme im Nadjd und bauten einen theokratischen Staat auf.
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Zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstreckte sich das Wahhabitenreich von den Küsten des Roten Meeres bis zur Syrischen Wüste im Norden und bis an die Grenzen Hadramauts im Süden.
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1812 wurde es von den Türken vernichtend geschlagen. Danach konnte es nur vorübergehend die alte Machtstellung wiedergewinnen.
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1902 gelang es Ibn Saud Abd Al Aziz III. mit Unterstützung des Emirs von Kuwait Riad zurückzuerobern. In kurzer Zeit gewann er die meisten Stämme des alten Staatsgebietes für sich und belebte die Wahhabiten-Bewegung neu.
- 1915 erkannte Großbritannien Ibn Saud als unabhängigen Herrscher des Nadjd an.
- 1926 ließ sich Ibn Saud zum König des Hedjas ausrufen, ein Jahr später folgte die Proklamation zum König des Nadjd, und
- am 18. 9. 1932 vereinigte er beide Königtümer zur Doppelmonarchie Saudi-Arabien.
- Auch im Innern konsolidierte sich der Staat.
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Nach dem 2. Weltkrieg begann die vorwiegend nomadische Bevölkerung (Beduinen) infolge der 1938 und ab 1950 intensivierten Erdölgewinnung sesshaft zu werden. Mit britischer und US-amerikanischer Unterstützung baute Saudi-Arabien seine Luftwaffe auf, kaufte moderne Waffensysteme und räumte den USA Nutzungsrechte für den Militärflughafen Dhahran ein. Zusammen mit Ägypten und Syrien gehört Saudi-Arabien zu den Gründungsmitgliedern der Arabischen Liga (1945).
- 1953: Nach dem Tod Ibn Sauds bestieg sein Sohn Saud den Thron. Wegen seiner Verschwendungssucht wurde er 1964 gezwungen, zugunsten seines Bruders Faisal II. abzudanken. Dieser setzte das begonnene Reformwerk fort. Justiz-, Sozial- und Bildungswesen wurden modernisiert und ein Industrieprogramm aufgestellt.
- 1975 wurde Faisal von einem Angehörigen des eigenen Clans ermordet. Ihm folgte sein Bruder Chaled Ibn Abd Al Aziz auf den Thron, und nach dessen Tod wurde
- 1982 Fahd Ibn Abd Al Aziz König. Er ließ die absolute Macht des Könighauses auch gegen immer lauter werdende Reformforderungen in den 1990er Jahren bestehen.
- Durch den Ölreichtum konnte das Land im Laufe seiner jüngeren Geschichte sein außenpolitisches Gewicht erhöhen. Mit den Nachbarstaaten wurden Grenzabkommen geschlossen, die neutralen Zonen zwischen Irak und Saudi-Arabien sowie Kuwait wurden aufgeteilt.
- Am Nahostkrieg 1948/49 beteiligte sich Saudi-Arabien mit einem kleinen Kontingent.
- An den militärischen Handlungen des Sechstagekrieges 1967 und des Oktoberkrieges 1973 nahm es nicht teil; es unterstützte aber die gemeinsame Sache der Araber durch massive finanzielle Hilfe an die Palästinenser-Organisationen sowie durch zeitweilige Reduzierung der Öllieferungen in die westliche Welt.
- In den 1960er Jahren griff Saudi-Arabien auf royalistischer Seite in den jemenitischen Bürgerkrieg ein, wodurch sich das Verhältnis zu Ägypten, das auf republikanischer Seite kämpfte, verschlechterte.
- Den von den USA 1978/79 vermittelten ägyptisch-israelischen Friedensschluss lehnte das Königreich trotz seiner proamerikanischen Haltung ab.
- Im Golfkrieg 1990/91 stellte Saudi-Arabien sich gegen Irak. Von Saudi-Arabien aus wurde unter US-Führung der Feldzug zur Befreiung Kuwaits durchgeführt. Die Anwesenheit US-amerikanischer Truppen im Lande stieß auf den Widerstand islamischer Fundamentalisten.
- 2000 wurde ein Grenzabkommen mit dem Jemen unterzeichnet.
- 20.03.2003: Beginn des 3. Golfkrieg.
- 14.05.2003: Vier Selbstmordanschläge in Riad, die die Handschrift der Al-Kaida tragen. Hierzu der
Kommentar in der Südwestpresse.
- 08/2005: König Fahd Bin Abd al-Asis (84) ist gestorben. Sein Halbbruder Abdallah (81) wurde zum König ernannt. Neuer Kronprinz ist der jetzige Verteidigungsminister Prinz Sultan.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
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