Marokko
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "252"
Kraftfahrzeugkennzeichen "MA" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "MA / MAR"

Marokko
Königreich in NW-Afrika; 458730 km2, 30,12 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Rabat. Amtssprachen: Arabisch, Französisch.
Verfassung
- Von 1992 (1996 revidiert). Konstitutionelle Monarchie. Staatsoberhaupt,
oberster Inhaber der Exekutive und Oberbefehlshaber der Streitkräfte ist der König. Zweikammerparlament.
Landeskunde:
- Marokko liegt in Nord-West-Afrika.
Den Ketten des Mittleren Atlas, des Hohen Atlas und des Antiatlas ist nach Nordwesten
ein breites Tafelland vorgelagert, das zur Atlantikküste abfällt. Im Norden das Rifgebirge
(bis 2 456 m) mit Steilabfall zum Mittelmeer. Nach Südwesten Übergang zu Steppe und Wüste.
Klima: im Küstengebiet mittelmeerisch, im Süden trocken.
Bevölkerung:
- Die Bevölkerung besteht zu über 50 % aus Arabern und arabisierten
Berbern, zu 35 % aus berberischen Volksstämmen.
Der Anteil der Europäer (meist Franzosen und Spanier) und der Juden
ist seit 1956 stark zurückgegangen. Der Islam ist Staatsreligion.
Staatssprache ist das Arabische (daneben verschiedene
Berberdialekte). Handels-, Bildungs- und
zweite Amtssprache sind Französisch, z. T. auch Spanisch. Trotz großer Anstrengungen
im Bildungsbereich lag die Analphabetenquote 1998 noch bei 53%. Rund 54% (1998) der Bevölkerung lebt in den Städten. Marokko besitzt elf Universitäten; die älteste (Fès) wurde im 9. Jahrhundert gegründet.
Wirtschaft und Verkehr:
- Angebaut werden Getreide, Oliven, Obst, Kartoffeln, Zuckerrüben und -rohr.
Für den Export Zitrusfrüchte, Gemüse, Wein, Alfagras; Viehzucht (Rinder, Schafe, Ziegen,
Geflügel); Fischerei; Forstwirtschaft. Bergbau: auf Phosphate, Eisen, Mangan, Blei,
Zink, Steinkohle, Kupfer, Erdöl, Erdgas u. a.
Nahrungsmittel-, Textil-, Metall- u. a. Industrie. Der Energieversorgung dienen besonders.
Wasserkraftwerke. Fremdenverkehr.
- Das Verkehrsnetz umfasst rund 30 000 km Asphaltstraßen und rund 30 000 km wenig
befestigte Straßen; das Eisenbahnnetz hat rund 1900 km Streckenlänge mit einer Hauptachse
von Marrakesch über Casablanca nach Tanger und Anschluss nach Algier und Tunis.
Haupthafen ist Casablanca; für den Personenverkehr ist Tanger am bedeutendsten.
Die international wichtigsten Flughäfen sind Casablanca, Agadir, Tanger und Marrakesch.
Geschichte:
- 42 n. Chr. Das antike Mauretanien kam unter römische,
im 5. Jh. unter wandalische,
im 6. Jh. unter byzantinische,
um 700 unter arabische Herrschaft.
Seit 1660 "lenkt" die Dynastie der Alawiten Marokko.
- 1905 und 1911 Ansprüche Frankreichs auf die Vorherrschaft in Marokko führten zu den Marokko-Krisen.
- 1912-56 war Marokko bei Aufrechterhaltung seiner Einheit unter dem Sultan (Scherif. Reich) eingeteilt in:
1) das frz. Protektorat, Hauptstadt. Rabat;
2) das span. Protektorat, Hauptstadt Tétouan;
3) das internationale Gebiet Tanger.
- 1920-26 Aufstand der Rifkabylen unter Abd el-Krim gegen Spanier und Franzosen.
- 1942 Nach der Landung der Alliierten versprach der amerikanische Präsident F. D. Roosevelt
Sultan Mohammed V. Ben Jussuf (1927-1961) die Unabhängigkeit.
- 1944 entstand die Unabhängigkeitspartei (Istiklal) unter Allal Al Fassi.
- 1953 Frankreich verbannte den Sultan, musste ihn jedoch 1955 wieder einsetzen.
- Am 2. 3. 1956 erhielt Marokko die Unabhängigkeit, die spanischen Protektorats-Zonen im Norden
und Süden sowie Tanger wurden mit Marokko vereinigt. Bei Spanien verblieben die Städte
Ceuta und Melilla sowie das Gebiet von Ifni, das 1969 an Marokko zurückfiel.
- 1957 Der Sultan nahm als Mohammed V. den Königstitel an.
- 1961 Ihm folgte sein Sohn Hassan II. Die Herausbildung konstitutioneller Zustände und
eines Parteiensystems ging langsam und unter Rückschlägen vor sich. Zeitweise regierte der König diktatorisch.
- Neue Verfassungen (1970, 1972) und Verfassungsrevisionen (1992 und 1996) modernisierten das politische System.
- Außenpolitisch beanspruchte Marokko nach seiner Unabhängigkeit weite Wüstengebiete Nordwestafrikas, u. a. ganz Mauretanien und Teile Algeriens.
- 1963 kam es darüber zu einem ergebnislosen Grenzkrieg mit Algerien.
- 1975 räumte Spanien die Kolonie Spanisch-Sahara. Diese teilten sich Marokko und Mauretanien.
- 1979 Als Mauretanien zugunsten der Unabhängigkeitsbewegung Polisario auf seinen Anteil an
West-Sahara verzichtete, annektierte Marokko auch dieses Gebiet.
- 1984 verließ Marokko die OAU, weil diese die Polisario als Mitglied aufgenommen hatte.
- 1991 stimmten Marokko und die Polisario einem
UNO-Friedensplan zu, der u. a. die Abhaltung
eines Referendums in dem umstrittenen Gebiet vorsieht. Die Abstimmung wurde jedoch aufgrund von
Differenzen über die Zahl der Stimmberechtigten immer wieder verschoben.
- Am 23. 7. 1999 verstarb Hassan. Sein ältester Sohn Sidi Mohammed wurde als Mohammed VI. neuer König.
- Im Juli 2002 kam es wegen der Besetzung der Mittelmeer-Insel Perejil durch marokkanische
Polizisten zu einem außenpolitischen Konflikt mit Spanien.
- September 2002 Bei den Parlamentswahlen blieben die Sozialisten (USFP) stärkste Partei.
Regierungschef ist der parteilose Driss Jettou (seit 7. November 2002).
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
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Deutschlands in diesem Land.