Libyen
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "248"
Kraftfahrzeugkennzeichen "LAR" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "LY / LBY"

Libyen
Volksrepublik in Nordafrika, 1759540 km2, 6,39 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Tripolis; Amtssprache: Arabisch.
Verfassung:
- Die Verfassung von 1977. Oberstes Legislativorgan ist der Allgemeine Volkskongress, Exekutivorgan das Allgemeine Volkskomitee. Als de facto Staatsoberhaupt fungiert der Führer der Revolution Moammer al-Gaddhafi; Parteien sind nicht zugelassen. Weitgehend islamische Recht.
Landeskunde:
- Libyen erstreckt sich von der Mittelmeerküste beiderseits der Großen Syrte südwärts bis weit in die Sahara. Auf den Golf der Großen Syrte folgt eine stark gegliederte unfruchtbare, erdölreiche Schichtstufen- und Plateaulandschaft. 90 % des Landes sind Wüste; mediterranes Klima im Küstenstreifen, im Landesinneren
Wüstenklima. In Küstennähe breitet sich Steppe aus. Aufgrund des extremen Wassermangels wird unter der Sahara lagerndes fossiles Grundwasser gefördert und per Pipelines in die Küstenstädte gebracht.
Bevölkerung:
- Libyen gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern der Erde. Etwa 90% der Bevölkerung konzentrieren sich im Küstengebiet, die Wüstengebiete sind bis auf die Oasen menschenleer. Die Bevölkerung besteht aus rund 35% Arabern, 25% Berbern, 30% arabisch-berberischen Mischlingen, 6% arabisch-türkischen Mischlingen. Außerdem leben über 1,5 Mio. Gastarbeiter aus benachbarten nordafrikanischen Staaten in Libyen. 97% aller Bewohner sind Muslime.
Wirtschaft und Verkehr:
- Wichtigster Wirtschaftsfaktor ist die größtenteils verstaatlichte Erdöl- und Erdgasgewinnung. Daneben wird an der Küste und in Oasen Landwirtschaft (Anbau von Weizen, Gerste, Gemüse, Kartoffeln, Orangen, Oliven, Mandeln, Datteln und Weintrauben; Viehhaltung in Nomadenwirtschaft) betrieben.
- Wichtigster Verkehrsweg ist die Küstenstraße Litoranea (1822 km). Haupthäfen sind Tripolis und Bengasi, die wichtigsten von 5 Rohölexporthäfen Port Brega (Marsa Al Burayqah) und Harega (Marsa Al Hariga) bei Tobruk. Flughäfen gibt es in Tripolis, Sabhah und Bengasi.
Geschichte:
- Im Altertum war Libya Bezeichnung für ganz Nordafrika westlich von Ägypten. Die Ägypter hatten immer wieder die Einfälle der Libyer abzuwehren.
- 1. Hälfte des 1. vorchristlichen Jahrtausends wurde der östliche Teil des heutigen Libyen, die Cyrenaica, von Griechen kolonisiert; der westliche Teil, Tripolitanien, war bis 200 v. Chr. karthagische Provinz.
- Im 1. Jahrhundert v. Chr. wurden beide römisch.
- 644-647 besetzten die Araber das Land. Das Land wurde vollständig islamisiert und weitgehend arabisiert.
- 1517 wurde Libyen türkisch.
- 1911/12 Im Tripolis-Feldzug (italienisch-türkischer Krieg) besetzten die Italiener Tripolitanien und die Cyrenaica, eroberten bis 1925 den südlichen Fessan und erwarben 1926 die Oase Djaghabub.
- 1934 Alle diese Gebiete wurden zur italienischen Kolonie Libyen vereinigt.
- Im 2. Weltkrieg eroberten britische Truppen das Land.
- 1947 verzichtete Italien auf Libyen.
- Am 24. 12. 1951 wurde Libyen auf Beschluss der UN selbständiges Königreich. König Idris I. überließ Großbritannien und den USA Militärstützpunkte und zentralisierte 1963 die Verwaltung.
- Nach 1961 brachte die rasch wachsende Erdölförderung Reichtum für den Staat und die Oberschicht.
- 1969 stürzten Offiziere unter Führung von Oberst Moammer al-Gaddhafi die Monarchie. Seitdem steuert Libyen einen nationalistischen Kurs.
- Trotz einer militant panarabischen Politik scheiterten bisher alle Fusionsversuche mit anderen arabischen Staaten.
- 1977 wurde (formal) eine auf den Koran gestützte "direkte Demokratie" eingeführt, die Bezeichnung "Republik" durch "Volksöffentlichkeit" (Volks-Dschamahiria) ersetzt.
- Libyen unterstützte eine Reihe von Untergrundbewegungen afrikanischer und außerafrikanischer Länder sowie den internationalen Terrorismus. Dies führte mehrfach zu Konfrontationen mit den USA.
- 1986 brachen die USA alle Wirtschaftsbeziehungen abbrachen. In der Folgezeit kam es auch zu militärischen Aktionen gegen Libyen. Nach der libyschen Weigerung, zwei Angehörige des Geheimdienstes, die verdächtigt wurden, 1988 ein Sprengstoffattentat auf ein US-amerikanisches Linienflugzeug verübt zu haben, an Großbritannien bzw. die USA auszuliefern, verhängte die UNO 1992 und 1993 Sanktionen gegen Libyen.
- Erst im April 1999 lieferte Libyen die Tatverdächtigen aus. Daraufhin wurden die UNO-Sanktionen ausgesetzt.
- Libyen gehört zu den entschiedensten Gegnern einer Verständigung der arabischen Länder mit Israel.
- 20.12.2003 Libyen will alle Massenvernichtungswaffen zerstören und Inspektionen zulassen. Das gaben US-Präsident George W. Bush und der britische Premier Tony Blair nach neunmonatigen Geheimverhandlungen bekannt.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
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