Jemen
Staatsangehörige dieses Staates benötigen für die Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein Visum (Art. 1 Abs. 1 EUVisumVO, § 4 I AufenthG, § 15 AufenthV). Der Umfang der erlaubten Erwerbstätigkeit ergibt sich aus dem Aufenthaltstitel (§ 4 Abs. 2 AufenthG).
Staatsangehörigkeitsschlüssel "421"
Kraftfahrzeugkennzeichen "ADN" * ISO-Code-Kurzbezeichnung "YE / YEM"

Jemen
Republik auf der arabischen Halbinsel, ca. 500000 km2, ca. 19 Mio. Einwohner.
Hauptstadt: Sanaa (ca. 1,2 Mio. Einwohner), Amtssprache: Arabisch.
Verfassung
- Jemen hat eine Verfassung auf der Grundlage des Islam.
Landeskunde:
- Jemen liegt im Südwesten der arabischen Halbinsel, grenzt im Westen an das Rote Meer,
im Süden an den Indischen Ozean (Golf von Aden), im Osten an Oman, im Nordosten und Norden an Saudi-Arabien.
Nördlich von einem 20-30 km breiten, wüstenhaften Küstenstreifen mit einigen Oasen erhebt sich mit einer
markanten Bruchstufe eine Randgebirgszone (bis 3760 m). Landeinwärts schließt sich das zentrale Hochland
an (3000 m, im Osten Höhen zwischen 1000-2000 m). Im Norden hat Jemen Anteil an der Wüste Rub Al Khali.
An der Küste des Roten Meers erstreckt sich die Tihama, eine 50-70 km breite Ebene, die zu den heißesten
Gebieten der Erde gehört. Während die Küstenebenen ständig heiß und schwül sind (75% Luftfeuchtigkeit),
weist das Hochland gemäßigtere Temperaturen auf und erhält Sommerniederschläge, die nach Osten hin
abnehmen. Die Vegetation ist wüsten- bis steppenhaft. Die Waldbestände der reicher beregneten westlichen Randgebirgszonen mussten Kulturflächen weichen. Außer der Insel Perim (13 km2) am Eingang zum Roten
Meer gehört zu Jemen der Socotra-Archipel vor dem afrikanischen Kap Guardafui und die Insel Kamaran
vor der Nordwestküste.
Bevölkerung:
- Die Bevölkerung besteht überwiegend aus Südarabern (Jemeniten) und einer
schwarzen Minderheit. Über 90% sind Anhänger des Islams (meist sunnitischer Glaubensrichtung). Fast zwei Drittel der Bewohner
Jemens leben auf dem Land, in den trockeneren Landesteilen zum Teil auch noch nomadisch. Staatssprache
ist Arabisch, als Handelssprache ist Englisch gebräuchlich. Das durchschnittliche jährliche
Bevölkerungswachstum ist mit 4,8% (1990-1998) ausgesprochen hoch. Trotz Schulpflicht sind noch über
die Hälfte der Jemeniten Analphabeten. Universitäten gibt es in Sanaa (gegründet 1971), Aden
(gegründet 1975) und Taizz (Islamische Universität).
Wirtschaft und Verkehr:
- Obwohl nur ein kleiner Teil des Landes als Ackerland genutzt werden kann, sind über die Hälfte aller
Erwerbstätigen in der Landwirtschaft beschäftigt. Hauptanbauprodukte sind Kaffee (Produktion zugunsten
des Khatstrauchs stark rückläufig), Hirse, Gerste, Weizen, Baumwolle und Gemüse. Die trockeneren
Landesteile werden von der Viehwirtschaft genutzt, die vor allem die Haltung von Ziegen, Schafen,
Rindern, Eseln und Kamelen umfasst. An der Küste ist der Fischfang (Thunfisch, Makrelen, Sardinen)
von Bedeutung.
Die Erschließung der Bodenschätze befindet sich noch in den Anfängen. Bei Marib wurden seit 1984 und
in der Provinz Hadramaut seit 1993 Erdöllager erschlossen. Die Industrie ist noch unbedeutend.
Größere Industriebetriebe, außer den Raffinerien von Aden und Marib, gibt es nicht. Von Bedeutung
ist das traditionelle Kunsthandwerk (Silber- und Lederarbeiten). Hauptausfuhrprodukte sind Erdöl
und Erdölprodukte, Fische, Baumwolle, Häute und Felle.
- Das Straßennetz wird allmählich aufgebaut. Von den 69 000 km Pisten und Straßen ist nur ein geringer
Teil asphaltiert. Eine Eisenbahnlinie besitzt Jemen nicht. Die wichtigsten Seehäfen sind Al Ahmadi,
Aden und Al Mukalla. Der Flugverkehr wird vor allem über die Flughäfen Aden und Sanaa abgewickelt.
Geschichte:
- In vorchristlicher Zeit gehörte Jemen zum Reich der Sabäer und Minäer.
In den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurden die jemenitischen Himjaren das führende Volk
Südarabiens.
Im 4. Jahrhundert beherrschten zeitweilig die Äthiopier das Land. Die Bevölkerung bekannte sich
zum großen Teil zum Christentum und zum Judentum.
631 unterwarfen die Moslems Jemen.
859 begründete der Zaidite Jahja Ibn Al Hussain in Saada eine Dynastie. Zeitweise konnten die
Zaiditen ihre Macht über das ganze Land ausdehnen; bei stets wechselnden Machtverhältnissen
behaupteten sie sich bis in das 20. Jahrhundert.
1871 besetzten die Türken Sanaa.
Der Imam Jahja (1904-1948) rief 1904 zum Aufstand.
1905 kapitulierten die Türken in Sanaa, doch blieben einige Orte in türkischem Besitz.
1911 schloss die Hohe Pforte mit Jahja einen Vertrag, der ihm eine gewisse Selbständigkeit unter
türkischer Oberhoheit sicherte.
- Nord-Jemen
1918 entstand in Nord-Jemen das unabhängige Königreich Jemen unter britischer Kontrolle.
Der Imam von Sanaa war König und zugleich Oberhaupt
der schiitischen Konfession der Zaiditen.
1925 erkannte England den Imam an und schloss 1934 einen Vertrag, der 1951 erneuert wurde.
Nach jahrelangen Konflikten mit Saudi-Arabien erkannte dessen König 1934 das Königreich Jemen in
dem Vertrag von Ta'if an.
1948 wurde Imam Jahja ermordet; ihm folgte sein Sohn Ahmed Saif Al Islam, der sich an die Sowjetunion
anlehnte. Auch mit den Nachbarstaaten schloss Jemen Bündnisverträge.
1957 brach Ahmed mit England und forderte die englische Kolonie Aden.
Der 1958 erfolgte lose Zusammenschluss mit der Vereinigten Arabischen Republik (VAR) dauerte nur bis 1961.
1962 rief General A. As Sallal die Arabische Republik Jemen aus. Diese erstreckte sich aber nur auf einen
Bereich Jemens, vor allem auf Städte und Häfen. Ein großer Teil der Bergstämme war weiterhin dem Imam
ergeben. In dem sich entwickelnden Bürgerkrieg wurden die Republikaner von der VAR, die Royalisten von
Saudi-Arabien unterstützt. Nach Verhandlungen zwischen diesen beiden Staaten zogen die ägyptischen
Truppen 1967 ab.
1968 erlosch der Bürgerkrieg.
1970 einigten sich Republikaner und Royalisten auf eine gemeinsame Regierung. Das Verhältnis zu
Saudi-Arabien besserte sich.
1974 ergriff das Militär die Macht. Mit der Demokratischen Volksrepublik Jemen kam es wiederholt
zu Grenzkonflikten, aber auch zu Fusionsverhandlungen. Die innenpolitische Lage blieb labil.
1977 und 1978 wurden zwei Staatschefs ermordet. Vorsitzender des Präsidentschaftsrats war seit 1978
A. A. Saleh.
- Süd-Jemen
1839 eroberten die Briten die Halbinsel Aden, deren Gebiet 1937 Kronkolonie wurde.
1959 bildete Großbritannien in Süd-Jemen aus seinen südarabischen Protektoraten schrittweise eine
Südarabische Föderation, der
1963 die Kronkolonie Aden angeschlossen wurde. Hiergegen wandte sich eine Unabhängigkeitsbewegung,
die in zwei Richtungen gespalten war: Die von Ägypten unterstützte FLOSY (Front für die Befreiung
des besetzten Süd-Jemen) trat z. T. für den Anschluss an die Arabische Republik Jemen ein; sie stieß
auf den Widerstand der NLF (Nationale Befreiungsfront).
Nach dem Abzug der Briten erklärte die bisherige Südarabische Föderation am 30. 11. 1967 unter dem
Namen Südjemen ihre Unabhängigkeit.
Aus dem Bürgerkrieg zwischen der FLOSY und der NLF ging eine linkssozialistische Regierung hervor,
die von der NLF bestimmt wurde. Die FLOSY wurde verboten.
Im Dezember 1970 wurde Südjemen in Demokratische Volksrepublik Jemen umbenannt. Bei Machtkämpfen in
der Führung setzte sich
1978 ein prosowjetischer Flügel durch.
1986 kam es zu bürgerkriegsähnlichen Kämpfen zwischen rivalisierenden Führungsgruppen. Staatspartei
war die Jemenitische Sozialistische Partei.
- Republik Jemen
1990 vereinigten sich die Arabische Republik Jemen und die Demokratische Volksrepublik Jemen zur
Republik Jemen. Für eine Übergangszeit wurde ein Präsidialrat gebildet, der alle legislativen und
exekutiven Befugnisse übernahm. Staatsoberhaupt wurde A. A. Saleh.
1991 Die Mehrheit der Bevölkerung stimmte in einem Referendum für die Annahme eines Verfassungsentwurfs,
auf dessen Grundlage 1993 freie Parlamentswahlen stattfanden.
Im Mai 1994 führten Spannungen zwischen Nord- und Südjemen zum Ausbruch schwerer Kämpfe und zur Unabhängigkeitserklärung des Südens.
Juli 1994 Ende des Bürgerkrieges. Die nördlichen Truppen marschieren in Aden ein und die südjemenitischen
Führung flieht ins Ausland.
Im September 1994 verabschiedete das Parlament eine neue Verfassung auf der Grundlage des Islams und
wählte Saleh für weitere fünf Jahre zum Präsidenten.
1997 Bei den Parlamentswahlen gewann der AVK (Allgemeine Volkskongress) die absolute Mehrheit der Mandate.
1999 bestätigte die Bevölkerung Saleh in direkter Wahl im Präsidentenamt. Seine Amtszeit wurde 2001 per
Referendum von fünf auf sieben Jahre verlängert.
Quellen: wissen.de, Auswärtiges Amt, Wikipedia, Brockhaus u.a.
Diplomatische Vertretung
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